Was ist CBD Öl?

Eine riesiger Wachstumsmarkt mit vielen Unsicherheiten

Die Substanz Cannabidiol (CBD) aus der Cannabispflanze ist in den letzten Jahren weltweit sehr populär geworden. Diese erstaunliche Entwicklung fand vermutlich seinen Beginn durch das Experimentieren von Eltern und der Entdeckung, dass Cannabidiol eine wirksame Substanz beim Dravet-Syndrom (Epilepsie) bei Kindern ist. [1] Heute wird Cannabidiol in verschiedenen Anwendungsformen verkauft, wobei CBD Öl die wohl bekannteste und gängigste Form ist und zur Behandlung vieler Beschwerden und Krankheiten eingesetzt wird. Die Cannabisindustrie ist ein riesiger Wachstumsmarkt geworden und es konkurrieren immer mehr Pharmaunternehmen, Produzenten und Händler miteinander mit vielen neuen Produktentwicklungen. Durch Online Shops, Bio- und Hanfläden, Apotheken und Drogerieketten wird das Hanfextrakt immer zugänglicher. Trotz alledem herrscht eine riesige Unsicherheit über z.B. Fragen wie: Was ist CBD Öl? Wie ist die CBD Öl Wirkung? Was ist das Endocannabinoid-System? Dieser Leitfaden soll über diese Punkte aufklären. Unsicherheiten in Bezug auf die rechtliche Situation werden in diesem Artikel behandelt.

Eine CBD Öl Definition

CBD Öl ist ein extrahierter Auszug, der aus den Blüten und Blättern von Nutzhanf (weibliche Cannabis sativa L.) gewonnen und einem essbaren Pflanzenöl zugesetzt wird. Daher spricht man auch von einem Hanfextrakt. Cannabidiol kann jedoch auch direkt in einem Pflanzenöl gelöst werden. Es wird als CBD Öl bezeichnet, weil Cannabidiol den größten Anteil aller im Hanfextrakt enthaltenen Cannabinoide ausmacht. Obwohl bereits über 113 Cannabinoide aus der Hanfpflanze isoliert werden konnten, mit den unterschiedlichsten Wirkungen, [2] liegt der Anteil von Cannabidiol bei bis zu 40%. [3] CBD Öl enthält keine nennenswerten Mengen an Tetrahydrocannabinol (THC), da für die Produktion Nutzhanf oder Kreuzungen mit Cannabis (in der EU illegal) verwendet werden, die gesetzlich höchstens 0,2% THC enthalten. Die CBD Öl Wirkung ist daher nicht berauschend bzw. psychoaktiv.

Thema Zusammensetzung: Welche Bestandteile befinden sich in CBD Öl?

Die Bestandteile der Hanfpflanze können auf unterschiedliche Weise extrahiert werden um ein Hanfextrakt herzustellen. Die direkte Extraktion in einem Pflanzenöl nennt sich Öl-Extraktion. Hierfür wird das Pflanzenmaterial in einem Pflanzenöl eingelegt und später wieder mittels Sieb vom Pflanzenmaterial befreit. Üblicherweise wird hierfür Olivenöl, Hanfsamenöl oder Kokosöl verwendet. Es ist die einfachste, billigste und schonendste Methode CBD Öl zu produzieren.

Durch Verfahren mit Lösungsmitteln (Ethanol, Butan, CO₂) entsteht wiederum ein eingedicktes Konzentrat, das dann mit einem sogenannten Trägeröl (Pflanzenöl wie bei der Öl-Extraktion) vermischt werden muss, um als flüssiges CBD Öl abgefüllt werden zu können. CBD Öle, die mit diesen Methoden hergestellt werden, enthalten das volle Spektrum an Bestandteilen der verwendeten Hanfpflanze (je nach Gattung sind diese unterschiedlich). Es gibt jedoch auch CBD Öle, die mit purem Cannabidiol (Kristalle/Isolat) hergestellt werden und kein volles Spektrum enthalten.

Ein Vollspektrum CBD Öl setzt sich neben dem verwendeten Trägeröl (Olivenöl, Hanfsamenöl oder Kokosöl) aus diversen Pflanzenstoffen zusammen. Diese können variieren je nachdem ob das Hanfextrakt decarboxyliert (erhitzt) wurde oder nicht. Bio CBD Öl ist zusammengesetzt aus:

  • Phytocannabinoiden wie Cannabidiol (CBD), Cannabichromen (CBC), Cannabigerol (CBG), Cannabinol (CBN), Cannabidivarin (CBDV), ∆9-Tetrahydrocannabinol (THC), Tetrahydrocannabivarin (THCV),
  • Phytocannabinoid-Säuren wie Cannabidiolsäure (CBDA), Cannabigerolsäure (CBGA), Tetrahydrocannabinolsäure (THCA)
  • Terpenen (aromatische Öle in Hanfpflanzen) wie z.B. Myrcen, Limonen, Alpha-und Beta-Pinen, Linalool, B-Caryophyllen, Caryophyllenoxid, Terpinolen und Humulene
  • Flavonoiden
  • Chlorophyll
  • Carotinoide
  • Vitaminen
  • Aminosäuren
  • Aldehyde
  • Alkane
  • Ketone
  • Glykoside
  • Pigmente
  • stickstoffhaltige Verbindungen
  • Hanf-Pflanzenwachse
  • Wasser
  • Co-Faktoren und Co-Nährstoffe

Cannabidiol – Was ist CBD und CBDA?

Was ist CBD? – Eine Definition von Cannabidiol3D-Modell des Cannabidiol-Moleküls

CBD ist die Abkürzung von Cannabidiol. Es ist eines von 113 natürlich vorkommenden Phytocannabinoiden aus der weiblichen Hanfpflanze. Cannabidiol wird gebildet durch eine Decarboxylierung (Erhitzung) aus dem terpen-phenolischen Vorläufer Cannabidiolsäure (CBDA), einer Carbonsäure. Es kann jedoch auch synthetisch hergestellt werden.

Cannabidiol hat keine berauschende Wirkung. Von allen nicht-psychotropen Cannabinoiden enthält Cannabis sativa L. am meisten Cannabidiol. Es ist damit der Hauptwirkstoff ohne einen auf die Psyche wirkenden Effekt und der Gegenspieler zu dem Haupt-psychoaktiven Cannabinoid Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC).

Was ist CBDA? – Eine Definition von Cannabidiolsäure

Das A in CBDA steht für das englische Wort Acid und bedeutet Säure. CBDA ist eine 21-Carbonsäure und der Vorläufer von Cannabidiol. Phytocannabinoidsäuren im Hanf verwandeln sich nach einer Decarboxylierung (Erhitzung) in die neutrale Form. So entsteht z.B. CBD aus CBDA, THC aus THCA und CBG aus CBGA. Schon in den 1950er-Jahren waren Phytocannabinoidsäuren wegen ihrer antibiotischen Wirkung bekannt. In der Tschechoslowakei wurden sie gar in der Tiermedizin eingesetzt. [4] Es heißt, dass Cannabinoidsäuren erst nach der Umwandlung (Decarboxylierung) ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften entwickeln.

Wie ist die CBD Öl Wirkung?

Was ist das Endocannabinoid-System?

Für das bessere Verständnis einer CBD Öl Wirkung im Körper ist es wichtig, vorab zu wissen was das Endocannabinoid-System (ECS) ist und wie es funktioniert. Hier ist eine leicht verständliche Erklärung über das ECS:

Jede der Billionen Zellen im Körper hat bestimmte Aufgaben, die miteinander koordiniert werden müssen. Geschieht dies nicht, entsteht ein Ungleichgewicht bzw. ein Chaos und der Körper reagiert darauf mit Krankheit. Körperzellen müssen daher miteinander kommunizieren. Das kann auf zwei Arten über das Nervensystem passieren. 1. chemisch, durch spezielle Signalmoleküle und 2. elektrisch, durch elektrische Impulse. So geben Zellen neue und wichtige Informationen an das Gehirn weiter.

Das Gehirn wiederum untersucht die Informationen, entscheidet was zu tun ist und sendet eine Antwort über das Nervensystem zurück an die Zellen. Damit diese die Botschaften am Nervenende empfangen können, müssen sie von Molekülen, sogenannten Neurotransmittern (chemischen Botenstoffen) übersetzt werden. Die Botschaften des Gehirns enthalten Arbeitsaufträge, die jedoch nur für spezielle Zellen bestimmt sind und nur von diesen ausgeführt werden können. Zellen haben im inneren und auf ihrer Außenhaut Rezeptoren (vorzustellen wie Fühler), die ausgestreckt werden um Botschaften, die für die Zellen auch bestimmt sind, zu empfangen. Die wichtigsten Rezeptoren werden CB1 und CB2 genannt. Es sind sogenannte Cannabinoid-Rezeptoren.

Die speziellen chemischen Botenstoffe (Moleküle), mit den Botschaften des Gehirns, werden auch Endocannabinoide genannt. Endo stammt vom griechischen Wort “Endon” ab und bedeutet “Innen”. Endocannabinoide sind also vom Körper produzierte, innere bzw. eigene Cannabinoide (Moleküle). Bisher bekannte Endocannabinoide sind Anandamid und 2-­Arachidonyl­-Glycerin (2­AG). Das Zusammenspiel von Endocannabinoiden und den Cannabinoid-Rezeptoren wird als Endocannabinoid-System bezeichnet.

Welche Funktionen hat das Endocannabinoid-System?

Das Endocannabinoid-System im menschlichen Körper mit den CB1 und CB2-RezeptorenDas Endocannabinoid-System ist ein perfekt abgestimmtes physiologisches Signalsystem, verantwortlich für die Koordination von allerlei Funktionen im Körper. Einige Endocannabinoide sind sogenannte Agonisten. Das bedeutet, dass diese durch das “Andocken” an den Zellrezeptoren CB1 und CB2, die Signalübertragung in der bestimmten Zelle aktivieren, damit diese wichtige Funktionen erledigen können. CB1-Rezeptoren und CB2-Rezeptoren und die entsprechenden Endocannabinoide (Agonisten) befinden sich im ganzen Körper, präziser ausgedrückt im Gehirn, in Organen und Drüsen, im Verdauungstrakt, in der Haut, in Geweben sowie im zentralen Nervensystem. Sie helfen den Körper zu regulieren in Hinblick auf die Immunfunktion, Temperaturregelung, motorische Kontrolle, Appetit, Schmerzen, Stimmung, Schlaf, Genuss, Fruchtbarkeit, Fortpflanzung und Gedächtnis. [6]

Der Körper wird also bei einer Fülle an Funktionen vom Endocannabinoid-System unterstützt. Wichtige Funktionen des Endocannabinoid-Systems sind die Regulation des Herz-Kreislauf-Systems, des Nervensystems und des Immunsystems in den Zellen. [6] Außerdem scheint es eine elementare Rolle zu spielen bei der Steuerung der Hormonsekretion im Zusammenhang mit Funktionen der Fortpflanzung und der Stress-Regenerierung. [7] Das Endocannabinoid-System regelt die Neuroprotektion, was bedeutet, dass er versucht Nervenzellen vor dem Absterben zu bewahren und ist verantwortlich für eine homöostatische Regulierung. [8] Ist der Körper perfekt reguliert und in Balance erlebt man eine Selbstregulation (Homöostase).

Wie ist die CBD Öl Wirkung auf das ECS?

Wie hängt das Endocannabinoid-System nun mit der CBD Öl Wirkung zusammen? Wir wissen nun, dass der menschliche Körper auf ganz natürliche Weise Endocannabinoide (Moleküle) herstellt, was mit der Unterstützung von Nahrungsmitteln wie Fettsäuren geschieht. In der Struktur gleichen die Endocannabinoide jedoch den Phytocannabinoiden aus der Hanfpflanze. Cannabinoide wie THC können daher genauso mit den Zellen im Körper über die Rezeptoren CB1 und CB2 kommunizieren wie die Körpereigenen. Sie koppeln sich an die Zellrezeptoren an und übertragen einen Arbeitsauftrag wie die Endocannabinoide.

Früher ging man davon aus, dass Cannabidiol genauso direkt auf den Cannabinoid-Rezeptoren wirkt. Aktuelle Forschungen lassen jedoch vermuten, dass Cannabidiol den Körper stattdessen beeinflusst mehr Endocannabinoide zu verwenden. CBD und THC verursachen also unterschiedliche Wirkungen im Körper. Es ist daher wichtig für eine effektive CBD Öl Wirkung ein Vollsprektrum CBD Öl zu verwenden, in dem auch minimal THC enthalten ist und nicht nur pures Cannabidiol (Isolat).

Die CBD Öl Wirkung spielt insofern eine wichtige Rolle auf das Endocannabinoid-System, dass durch die im Öl vorkommenden Moleküle aus der Cannabispflanze, dem menschlichen Körper, bei seinen vielen lebenswichtigen Funktionen, tatkräftig unter die Arme gegriffen wird.

Die CBD Öl Wirkung – Eine Auflistung von den Eigenschaften von Cannabidiol

Wikipedia schreibt bereits, dass Cannabidiol pharmakologisch:

  • entkrampfend,
  • entzündungshemmend,
  • angstlösend und
  • gegen Übelkeit wirkt. [9]

Weitere medizinische Effekte werden noch erforscht. So gibt es aber schon präklinische und limitierte klinische Belege für eine:

  • antipsychotische,
  • antitumorale,
  • schmerzlindernde,
  • antibakterielle,
  • antiasthmatische,
  • antidepressive,
  • neuroprotektive und
  • antiemetische CBD Öl Wirkung.

Die CBD Öl Wirkung ist vermutlich sehr vielfältig. Ein Grund warum viele Pharmafirmen derzeit an der Entwicklung von Cannabidiol-basierten Medikamenten arbeiten. [10]